Was ist TrustPID?

Nach Information verschiedener Medien handelt es sich bei TrustPID um eine Methode der Netzbetreiber Vodafone und Telekom, mit der das Surfverhalten von Mobilfunk-Nutzer*innen umfassend getrackt werden kann.
Umfassend meint dabei, dass bisherige Möglichkeiten, Tracking zu erschweren, wie das Löschen von Cookies oder wechseln von Browsern, nicht anwendbar sind. Es soll eine feste ID vergeben werden, die mit der Handy- oder SIM-Kartennummer verknüpft ist. Dieser ID wird dann das Nutzungsverhalten zugeordnet (1)(2).

Die Frage „Was ist TrustPID?“ lautet korrekter „Was soll TrustPID werden?“. Denn aktuell gibt es diese Methode noch nicht. Aber schon den Plan für so eine Art von Tracking finden wir fragwürdig.

TrustPID sammelt Daten von Nutzer*innen zur besseren Auswertung

Wie steht WEtell zu TrustPID?

WEtell steht für Datenschutz. TrustPID soll, nach allem, was uns bisher bekannt ist, eine besonders umfassende Form des Trackings werden. Auch ohne die kompletten Details der technischen Implementierung zu kennen, scheint das Ziel klar: viele Daten sammeln und miteinander verknüpfen.
In Kombination mit der Tatsache, dass den Netzbetreibern eine technische Umsetzung möglich, die es schwierig macht, dem Tracking zu entkommen, stellt TrustPID eine Gefahr für den Datenschutz dar. Dem wollen wir uns entgegenstellen, wo wir nur können.

Wie geht WEtell in Sachen TrustPID vor?

Datenschutz und Transparenz sind zentrale Anliegen von WEtell. Wir werden also nicht nur beobachten und hoffen, dass sich der Datenschutz durchsetzt.
Wir werden aktiv:
Wir sind bzw. gehen in Kontakt mit Datenschutzexpert*innen, mit der Vodafone und auch mit den relevanten Aufsichtsbehören. Weiterhin werden wir auf dieser Seite immer wieder Updates zum aktuellen Stand geben.

Infos die wir bisher bekommen haben.

Aus unseren ersten Gesprächen wird deutlich, dass beim TrustPID noch viele Fragen bezüglich Datenschutz offen sind. Abschließend beurteilt werden kann TrustPID daher erst, wenn die Details der Umsetzungspläne offenliegen.
Klar ist, dass umfassendes Tracking allenfalls mit einer transparenten und informierten Einwilligung der Nutzer möglich. Zumindest bisher gibt es keine ausreichende Hinweise, wie die umgesetzt werden soll. Weiterhin sind wichtige Bereiche, wie beispielsweise die Datenlöschung, Speicherung, etc. bisher unklar gelöst.
In den USA wurde dem Telekommunikationsanbieter Verizon von der Federal Communications Commission (FCC) für ein umfassendes Tracking-System mit einem Bußgeld belegt. Sollte sich TrustPID als vergleichbare Methode herausstellen, scheint es unwahrscheinlich, dass die Aufsichtsbehörden in Deutschland dieses Verfahren akzeptieren werden.

„Am Ende des Tages geht es bei TrustPid doch ausschließlich darum einer Person eine eindeutige Kennung für die Erstellung eines Profils für Werbezwecke zu verpassen. Im Vergleich zu Cookie-basiertem Webtracking finde ich das noch deutlich bedenklicher, da beim Cookie-basiertem Webtracking der Nutzer selbstbestimmt alle Cookies von seinem Endgerät löschen kann. Gerade dies ist bei TrustPid ja offenbar nicht möglich. Man bekommt und behält die Kennung, egal, ob man sie will oder nicht. Einen Überblick darüber, welche Datenbestände sich Werbeunternehmen damit aufbauen, hat man in keinster Weise.“

Hier bekommst du noch mehr Info zu trustpid

(1)Spiegel: Artikel vom 28.05.22
(2)Heise: Artikel vom 30.05.22
(3)DR. Datenschutz: Artikel vom 30.05.22