Leonie. 30. Schwäbin. Wahlfreiburgerin. Seit über 20 Jahren Vegetarierin. Nun auch schon seit einiger Zeit Veganerin.
Aber vor allem, und ich möchte betonen vor allem, ohne jegliche Meinung, darüber was bei meinen Mitbürgern*Innen auf den Tellern landet, oder nicht.
Witziger- und ironischerweise scheint es aber mein Umfeld, vor allem ungefragt, sehr zu interessieren was meinen Teller so befüllt. Zudem scheinen die Sorgen um etwaige Mangelerscheinungen meiner Person stark zu steigen.

Mein Zeigefinger ist bei keinerlei Mittagessen, Brunch oder Feierei meinem*r Nebensitzer*In gegenüber erhoben, der oder die sich erneut SchniPoSa genussvoll in den Magen gleiten lässt. Zumeist bin ich nämlich an diesem Punkt selbst sehr damit beschäftigt, mich durch die ganzen veganen Leckereien zu futtern, sodass gar keine Zeit und Lust besteht, mir darüber Gedanken zu machen.

Fragen wie: „Na du hast ja bestimmt auch keinen Spaß am Essen, gell?“ oder „Von Salat kann man doch nicht satt werden.“ oder mein liebster: „Auch keinen Fisch????“ schenken mir meistens ein lautloses Lächeln und gleichzeitig beschämen sie die heutige Gastronomie, der wohl nicht zugetraut wird, dass sie auch ohne tierische Produkte auskommt.

Noch amüsanter wird es dann aber, wenn Meinungen über eine vegane Lebensweise in süße, kleine Anfeindungen verpackt werden: „Und wenn du auf einer einsamen Insel wärst, wärst du dann auch noch Veganerin?“ oder „Was, wenn man jetzt rausfindet, dass Pflanzen auch Gefühle haben?“ oder „Naja, ich sehe das ja wie unsere Vorfahren: Survival of the fittest. Du wirst dann wohl gefressen, wenn du nicht als erstes frisst.“
Höchstwahrscheinlich hatte mein Gegenüber damit recht, die Steinzeit wäre damals nicht meine Zeit gewesen und meine Zeit auf Erden wahrscheinlich begrenzt. – Alleine schon daran gemessen, dass ich großer Kichererbsen-Fan bin und es über deren Existenz in der Zeit keine Aufzeichnungen gibt. – Ich bezweifle aber, dass die Skills eines Menschen, der sein Fleisch in der Kühltheke beim Discounter jagt, unbedingt geeigneter wäre für die Steinzeit oder auf einer einsamen Insel.

Warum ich diese Worte verliere, ist ganz einfach: Nicht jeder der sich entschieden hat, einer anderen Ernährungsweise nachzugehen, ist gleichzeitig darauf erpicht euch davon zu überzeugen, denselben Weg einzuschlagen. Manchmal, ach meistens, wollen auch wir Veganer und Veganerinnen einfach nur in Ruhe essen.

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