Gemeinwohl Ökonomie, Mitgliedsunternehmen, Gebäude

WEtell ist seit Herbst 2021 Teil Gemeinwohl Ökonomie (GWÖ). Darüber haben wir ja schon ausführlich berichtet.

Seitdem haben wir uns mit vielen interessierten und interessanten Menschen dazu ausgetauscht. Viele finden die Idee GWÖ richtig toll, manche üben auch an der Gemeinwohl Ökonomie Kritik oder bezweifeln, dass sich diese Bewegung durchsetzen kann.

Grund genug für uns, noch einmal etwas darauf einzugehen, was hinter der Gemeinwohl Ökonomie steckt, wo ihre Grenzen sind und warum sie für uns Sinn macht.

Was ist Gemeinwohl Ökonomie?

Der Name verrät es bereits:

Unter Ökonomie versteht man die Wirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder auch die wirtschaftliche Struktur eines Gebietes*. Gemeinwohl laut Definition des Dudens ist „das Wohl[ergehen] aller Mitglieder einer Gemeinschaft“**. Zusammengenommen geht es also um ein Wirtschaftssystem, das dem Wohlergehen aller zugutekommt.

Die Gemeinwohl Ökonomie ist eine Reformbewegung, die sich für ein solches Wirtschaftssystem einsetzt. Sie setzt auf ethische Werte und Kooperation statt Profitstreben und Konkurrenz. Dadurch möchte sie neben dem Wohl der Allgemeinheit auch Stabilität und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft schaffen.

Die GWÖ baut auf gemeinwohl-fördernde Werte wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung.

Die Grundidee stammt aus dem 2010 erschienenen Buchs des Aktivisten und Autoren Christian Felber, „Die Gemeinwohl-Ökonomie – Das Wirtschaftsmodell der Zukunft“. Felber gilt auch als der Erfinder der Gemeinwohl-Bilanz, mit deren Hilfe gemessen werden kann, wie groß der Beitrag eines Unternehmens zum Gemeinwesen ist.

Wie arbeitet die GWÖ?

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine bürgerschaftliche Bewegung, die sich in Regionalgruppen und Vereinen organisiert. Daneben gibt es so genannte Akteur*innen-Kreise, die überregional verschiedene Kernthemen der GWÖ vorantreiben.

Als dritte Säule gibt es die so genannten Gemeinwohl-Unternehmen, die die GWÖ unterstützen, Mitglieder sind oder auch bereits eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben.
Darunter fallen viele nachhaltige, faire und grüne Unternehmen, wie VAUDE, Sonnentor oder eben WEtell.

Alles über die Gemeinwohl-Bilanz, den Prozess dazu und unser Ergebnis dabei findest du hier.

Ein übergeordnetes Managementteam koordiniert die internationale Zusammenarbeit der GWÖ, eine Delegiertenversammlung aus den verschiedenen Gruppen trifft gemeinsame Entscheidungen. Zusammen werden sie sowohl auf der wirtschaftlichen wie auch der politischen und gesellschaftlichen Ebene aktiv.

Getragen wird die Bewegung hauptsächlich von Ehrenamtlichen und finanziert sich weitestgehend über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Damit ist sie unabhängig von Parteien, Regierungen oder anderen Interessengruppen.

Mehr zu der Struktur und Arbeitsweise der Gemeinwohl-Ökonomie erfährst du auf ihrer Webseite ecogood. Der Name ecogood kommt übrigens von der englischen Bezeichnung für die Gemeinwohl-Ökonomie „Economy for the Common Good“.

Was bedeutet die Gemeinwohl Ökonomie für unsere Wirtschaft?

Die Gemeinwohl Ökonomie setzt sich für eine im wahrsten Sinne des Wortes „nachhaltige“ Wirtschaft ein. In dem Sinne, dass die Generationen nach uns ein menschenwürdiges, gesundes Leben führen können, statt um die letzten Ressourcen eines zerstörten Planeten kämpfen zu müssen.

Natürlich kann das nur funktionieren, wenn sich die GWÖ mehrheitlich und weltweit in der Wirtschaft durchsetzt. Und hier kommt schon der große Haken. Denn dass sich unser kompliziert global vernetztes Wirtschaftssystem so grundlegend ändern lässt, ist schwer vorzustellen.

Wir finden: Kein Grund, es nicht trotzdem zu versuchen! Alles fängt klein an. Mal ehrlich: Wenn sich jeder Mensch mit einer Vision von diesem Argument abhalten ließe, würden wir wahrscheinlich immer noch in Höhlen sitzen.

Schließlich hätten sich die WEtell Gründer*innen Alma Spribille, Andreas Schmucker und Nico Tucher auch sagen können: „Nee du, lass mal. Der Mobilfunkmarkt ist schon echt eingefahren und träge – da lässt sich nix mehr ändern.“ Stattdessen sind sie aktiv geworden und beweisen jetzt, dass Mobilfunk auch nachhaltig und fair geht!

Wie misst man Menschenwürde?

Manche kritisieren, dass die Werte, auf denen die Gemeinwohl-Bilanz aufbaut, nicht wirklich messbar sind. Wie ist eine Bilanz aufgebaut, die so etwas schwer greifbares wie Menschenwürde oder Solidarität misst?

Die GWÖ löst dies zum einen durch die verpflichtende Angabe von nachvollziehbaren Indikatoren, die eine bestimmte Messbarkeit ermöglichen. Und eine Einordnung in Bewertungsstufen, die sie erläutern. Das macht es auf jeden Fall schon einmal leichter.

Auch uns ist die Einordnung nicht immer leichtgefallen. Und sicherlich lässt sich nicht jeder Aspekt bis ins Detail messbar machen. Aber es sind nun einmal gerade diese so schwer erfassbaren Werte, die im wirtschaftlichen Denken und Handeln bislang viel zu sehr vernachlässigt worden sind. Deswegen ist es umso wichtiger, sie mitzudenken.

Und: Eine Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen heißt auch, sich intensiv mit dem eigenen Handeln zu beschäftigten. Dies hilft auf jeden Fall dabei, Missstände zu entdecken oder Entwicklungspotenzial wahrzunehmen.

Wenn du dir ein Bild machen und mal eine Gemeinwohl-Bilanz lesen magst, gibt es hier unseren WEtell Gemeinwohl-Bericht . Für einen Vergleich schau dir doch z.B. mal die Gemeinwohl-Bilanz von VAUDE an.

Wird gut genug geprüft?

Die Gemeinwohl-Bilanz baut auf dem Bericht auf, den ein Unternehmen selbst verfasst. Da stellt sich berechtigterweise die Frage: Wie kann die GWÖ sicherstellen, dass alle Angaben wahrheitsgetreu sind?

Wir können aus unserer Erfahrung sagen, dass der Prüfprozess sehr gründlich war. Unser Auditor hat sich viel Zeit genommen, unseren Bericht sehr ausführlich durchgearbeitet, uns viele kritische Fragen gestellt und sich zentrale Aspekte bis ins kleinste Detail erläutern lassen.

Nun ist so eine Prüfung bei einem Jungunternehmen wie uns noch recht überschaubar. Ob sie auch bei einem großen Konzern für die hauptsächlich aus Ehrenamtlichen bestehenden GWÖ noch machbar wäre, ist durchaus fraglich.

Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben. Zudem ist die Gemeinwohl Ökonomie auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene aktiv, um ihre Vision weiterzuentwickeln.

Und wer weiß? Nachhaltigkeitsberichte sind in der Wirtschaft bereits jetzt gang und gäbe. Warum sollte es nicht auch irgendwann normal sein, den jährlichen Gemeinwohl-Bericht anzufertigen?


* Duden online: https://www.duden.de/rechtschreibung/Oekonomie, abgerufen am 12.09.2022
** Duden online: https://www.duden.de/rechtschreibung/Gemeinwohl, abgerufen am 12.09.2022

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