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Faire Bezahlung ist mehr als eine Frage des Budgets. Sie ist ein Gradmesser dafür, wie gerecht eine Arbeitswelt wirklich ist. Und genau hier zeigt sich, warum Gehaltstransparenz so wichtig ist: Sie macht Ungleichheiten sichtbar und schafft die Grundlage, um sie abzubauen.
Der Gender Pay Gap: Ein Blick auf strukturelle Ungleichheit
Deutschland gehört weiterhin zu den europäischen Ländern mit einem hohen Gender Pay Gap. 2024 lag der durchschnittliche Unterschied im Stundenlohn bei 16 Prozent, was nach wie vor deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt. Selbst der bereinigte Gender Pay Gap, bei dem Faktoren wie Berufserfahrung oder Arbeitszeit berücksichtigt sind, bleibt mit rund 6 Prozent bestehen. Diese Lücke verweist auf strukturelle Ursachen, nicht auf individuelle Entscheidungen.4
Studien zeigen außerdem, dass sich diese Unterschiede im Lebensverlauf verstärken. Karriereunterbrechungen, fehlende Aufstiegsmöglichkeiten und die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit wirken sich langfristig auf das Einkommen aus. Die hohe Zahl von Frauen in der Grundrente macht deutlich, wie weitreichend diese Ungleichheiten sind.5
Intersektionale Perspektiven: Wenn unterschiedliche Faktoren zusammenwirken
Gerechtigkeit erschöpft sich nicht in der Frage „Frauen vs. Männer“. Herkunft, soziale Klasse, Migrationsbiografie, Alter und familiäre Verantwortung beeinflussen ebenfalls, wie Menschen verdienen und welche Chancen ihnen offenstehen.
Forschung zeigt beispielhaft:
Gehaltstransparenz hilft, solche Muster sichtbar zu machen. Wo Zahlen und Kriterien nachvollziehbar werden, treten Ungleichheiten klarer hervor und lassen sich gezielt angehen.
Diversität und Inklusion: Faire Vergütung stärkt Teams
Unternehmen, die ihre Vergütungssysteme regelmäßig überprüfen, erleben oft positive Effekte: höhere Zufriedenheit, weniger Konflikte, bessere Zusammenarbeit. Zudem stärkt das die Diversität, weil Menschen sich trauen, sich auf Stellen zu bewerben und Karrierewege klarer werden.
Gleiche Chancen bei der Bezahlung haben auch gesellschaftliche Wirkung. Untersuchungen5 zeigen, dass mehr Transparenz geschlechtsbezogene Lohnunterschiede deutlich reduzieren kann. Faire Einkommen:
• beugen Altersarmut vor,
• stärken wirtschaftliche Selbstständigkeit,
• schaffen Unabhängigkeit,
• fördern soziale Mobilität.
Fairness ist damit nicht nur ein organisatorisches Ziel. Sie ist ein wichtiger Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft.
Warum Gehaltstransparenz ein Schlüssel zur Gleichberechtigung ist
Transparenz allein schafft keine perfekte Welt. Aber sie schafft Klarheit über Kriterien, Strukturen und Entscheidungen. Ohne diese Klarheit lassen sich Ungleichheiten kaum analysieren oder verändern. Mit ihr entsteht die Grundlage für nachvollziehbare Entscheidungen und für Vergütungssysteme, die den Anspruch von Fairness und Gleichberechtigung unterstützen. Gehaltstransparenz ist deshalb kein reines HR-Thema. Sie ist ein Teil von Gleichberechtigung – im Unternehmen und darüber hinaus.