Kiezfest
der guten
Dinge

So schmeckt Wirtschaft,
die allen gut tut

Stell dir vor, unsere Wirtschaft wäre wie ein großes Kiezfest. Alle packen mit an. Jede*r bringt etwas ein. Und am Ende gehen alle satt, zufrieden und mit einem guten Gefühl nach Hause. Das ist die Idee der 
Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Ein Wirtschaftsmodell, das Erfolg nicht an Geld misst, sondern daran, wie gut es den Menschen und der Umwelt geht.
Hier zeigen wir dir, wie die GWÖ funktioniert – am Beispiel eines Kiezfest.

Was ist GWÖ?

Die Gemeinwohl-Ökonomie richtet den Blick darauf, wie und ob Unternehmen zum Wohl von Menschen und Umwelt beitragen. Hier zählt nicht „mehr Gewinn", sondern „mehr Sinn" – getragen von Menschenwürde, Fairness, Nachhaltigkeit und Mitbestimmung.

Warum betrifft es dich persönlich?

Weil du Teil des Kiezes bist.
Mit dem, was du kaufst, nutzt oder unterstützt, entscheidest du mit, wie Wirtschaft aussieht. Für ein gutes Miteinander zählt jede Entscheidung.

Wie funktioniert's?

Mit der Gemeinwohl-Matrix: sie gleicht die vier Wertekategorien der GWÖ mit allen Beteiligten ab.  Vom Lieferanten über die Kundin bis hin zur Gesamtgesellschaft werden so alle mitgedacht.

Die 4 Werte der Gemeinwohl-Ökonomie:
So fühlt sich Wirtschaft wie ein Kiezfest an

1 ·

Menschenwürde

Alle werden respektvoll behandelt, niemand wird ausgegrenzt oder gar ausgebeutet – vom Foodtruck bis zur Bühne. In der Wirtschaft heißt das: faire Arbeitsbedingungen, sichere Jobs und echte Wertschätzung.

2 ·

Solidarität & Gerechtigkeit

Wer weniger hat, zahlt weniger. Alle dürfen mitmachen. In der Wirtschaft heißt das: faire Preise, Chancengleichheit und Unternehmen, die sich gegenseitig unterstützen, statt zu konkurrieren.

3 ·

Ökologische Nachhaltigkeit

Kein Müllmeer nach dem Fest. Strom aus Sonne statt Diesel. In der Wirtschaft heißt das: Ressourcenschonung, Klimaschutz und Verantwortung für die Zukunft.

4 ·

Transparenz & Mitbestimmung

Im Kiezfest entscheidet das Viertel gemeinsam das Programm. Nachher wird offengelegt, was mit den Einnahmen passiert. In der Wirtschaft heißt das: offene Bücher, ehrliche Kommunikation und flache Hierarchien in den Unternehmen.

Die Gemeinwohl-Matrix

Ein gutes Kiezfest lebt von fairen Beziehungen. Das fängt bei den Lieferant*innen an.

Auf dem Kiezfest kommen Essen, Strom und Technik von Ständen, denen man vertraut. Alle arbeiten fair zusammen, niemand wird ausgenutzt und das Fest funktioniert, ohne auf Kosten anderer zu gehen.

Illustration: Eine Person liefert Kisten an einen Kiezfest-Stand und wird freundlich empfangen

A1 · Menschenwürde in der Zulieferkette:

„Ich werde fair bezahlt, wohooo!“ Der Kiezlieferant grinst, kassiert fair und packt weiter mit an.

Illustration: Ein Lastenrad bringt Getränkekisten von einer lokalen Brauerei zum Festplatz

A2. Solidarität und Gerechtigkeit in der Zulieferkette:

Die Getränke kommen mit dem Lastenrad vom Bio-Brauhaus um die Ecke – nicht vom billigsten Anbieter weit weg.

Illustration: Lieferungen werden in wiederverwendbaren Behältern ohne Einwegverpackung übergeben

A3 · Ökologische Nachhaltigkeit in der Zulieferkette: 

Was aufs Kiezfest geliefert wird, kommt ohne unnötigen Müll und ohne schlechtes Gewissen.

Illustration: Festorganisierende und Lieferant*innen besprechen gemeinsam die Standplanung

A4 · Transparenz und Mitentscheidung in der Zulieferkette:

Alle wissen, wer was liefert und warum genau diese Stände hier stehen – ganz ohne Geheimniskrämerei

Die Gemeinwohl-Matrix

Ohne Finanzierung kein Kiezfest. Hier kommen die Eigentümer*innen und Finanzpartner*innen ins Spiel.

Sie sorgen dafür, dass genug Geld für das Kiezfest da ist und es trotzdem nicht zum Kommerz-Event wird. Investiert wird so, dass Gemeinschaft, Zukunft und Fairness im Mittelpunkt stehen, nicht der schnelle Reibach.

Illustration: Eine Gemeinschaftskasse wird offen und transparent verwaltet

B1 · Ethische Haltung im Umgang mit Geldmitteln:

Das Budget fürs Kiezfest dient nicht dafür, dass sich jemand die Taschen vollmacht. Sondern dem Fest und der Gemeinschaft.

Illustration: Menschen verschiedener Herkunft feiern gemeinsam, niemand wird ausgeschlossen

B2 · Soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln:

Geld wird so eingesetzt, dass alle mitfeiern können und niemand wegen der Preise draußen bleibt.

Illustration: Überschüsse fließen in ein Nachbarschaftsprojekt zurück

B3 · Sozial-ökologische Investitionen und Mittelverwendung:

Überschüsse landen nicht auf irgendeinem Konto, sondern fließen zurück ins Viertel.

Illustration: Finanzpartner*innen und Helfer*innen entscheiden gemeinsam über die Festplanung

B4 · Eigentum und Mitentscheidung:

Wer das Fest finanziert, bestimmt nicht allein, sondern teilt Entscheidungen mit allen, die mit anpacken.

Die Gemeinwohl-Matrix

Sie bringen Leben ins Kiezfest: Auch die vielen Mitarbeitenden verdienen Beachtung.

Sie bauen Stände auf, stimmen sich ab und halten den Laden am Laufen. Auf dem Kiezfest arbeiten alle auf Augenhöhe, mit Respekt, Mitspracherecht und dem guten Gefühl, hier genau richtig zu sein.

Illustration: Helfer*innen machen eine verdiente Pause und werden mit Getränken versorgt

C1 · Menschenwürde am Arbeitsplatz:

Auf dem Kiezfest bekommen alle Helfer*innen Pausen, Wertschätzung und genug Wasser – niemand wird verheizt.

Illustration: Ein Team bespricht faire Arbeitsbedingungen am Feststand

C2 · Ausgestaltung der Arbeitsverträge:

Wer mitarbeitet, weiß, woran er oder sie ist: klare Absprachen, faire Bedingungen und kein Kleingedrucktes.

Illustration: Mitarbeitende trennen Müll und nutzen Mehrweggeschirr auf dem Fest

C3 · Förderung des ökologischen Verhaltens der Mitarbeitenden:

Das Team hilft mit, Müll zu vermeiden, Energie zu sparen und das Fest möglichst leichtfüßig zu gestalten.

Illustration: Helfer*innen entscheiden gemeinsam, wo Stände aufgebaut werden

C4 · Innerbetriebliche Mitentscheidung und Transparenz:

Beim Aufbau wird gemeinsam entschieden, was wo steht – und nicht von oben herab durchgefunkt.

Die Gemeinwohl-Matrix

Zufriedene Kund*innen und gelungene Kooperationen mit Mitunternehmen bringen gute Stimmung aufs Fest.

Sie kommen nicht nur zum Mitfeiern, sondern bringen sich ein. Man begegnet sich fair, hilft sich gegenseitig aus und sorgt gemeinsam dafür, dass das Kiezfest für alle ein gutes Erlebnis wird.

Illustration: Ein Stand bietet individuelle Optionen an, etwa einen glutenfreien Veggie-Hotdog

D1 · Ethische Kund*innenbeziehungen:

„Hier, dein glutenfreier Veggie-Hotdog“. Bedürfnisse werden ernst genommen, ohne großes Tamtam.

Illustration: Benachbarte Stände helfen sich gegenseitig aus, als der Strom ausfällt

D2 · Kooperation und Solidarität mit Mitunternehmen:

Kooperation statt Konkurrenz: Wenn beim Nachbarstand der Strom ausfällt, hilft man sich aus.

Illustration: Besucher*innen entsorgen Geschirr und Verpackungen in gekennzeichnete Sammelbehälter

D3 · Ökologische Auswirkung durch Nutzung und Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen:

Was gegessen, getrunken und benutzt wird, kann am Ende auch wieder ordentlich entsorgt werden.

Illustration: Kund*innen lesen transparente Produktinfos und geben Feedback an einem Stand

D4 · Kund*innen-Mitwirkung und Produkttransparenz:

Wer hier etwas kauft, weiß, was drinsteckt und kann mitreden, wenn sich etwas ändern soll.

Die Gemeinwohl-Matrix

Was wäre ein Kiezfest ohne den Kiez? Auch das gesellschaftliche Umfeld wird miteinbezogen.

Das Kiezfest gehört dem ganzen Viertel und wirkt über den Tag hinaus. Es stärkt Nachbarschaft, schont die Umwelt und hinterlässt etwas, worüber man auch morgen noch gern spricht.

Illustration: Das Kiezfest bringt Nachbar*innen zusammen und stärkt den Zusammenhalt im Viertel

E1 · Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte und Dienstleistungen:

Das Kiezfest ist mehr als Unterhaltung – es stärkt Zusammenhalt und zeigt, wie gutes Miteinander geht.

Illustration: Ein Teil der Festeinnahmen wird an ein lokales Gemeinschaftsprojekt übergeben

E2 · Beitrag zum Gemeinwesen:

Ein Teil der Einnahmen bleibt im Viertel und kommt Projekten zugute, die allen etwas bringen.

Illustration: Nach dem Fest ist der Platz sauber, die Natur unberührt

E3 · Reduktion ökologischer Auswirkungen:

Das Fest hinterlässt gute Erinnerungen, aber möglichst keinen ökologischen Fußabdruck.

Illustration: Organisierende sprechen mit Anwohner*innen über Lautstärke und Wünsche

E4 · Transparenz und gesellschaftliche Mitentscheidung:

„Sind wir zu laut?" fragt jemand und hört auch wirklich zu, wenn die Nachbarschaft antwortet.

Warum wir uns bei WEtell für die GWÖ entschieden haben

Weil wir an eine Wirtschaft glauben, die für alle gut ist.

Wir wollen mit unserem Unternehmen positiv zur Welt beitragen: Mehr Nachhaltigkeit und Fairness für alle. Die Gemeinwohl-Ökonomie hilft uns, ehrlich hinzuschauen und sichtbar zu machen, wo wir dabei stehen. Nicht perfekt, aber konsequent auf dem Weg.

Erfolge aus der aktuellen Bilanz

Unsere Stärken liegen dort, wo Beziehung zählt: im fairen Umgang mit Kund*innen und Mitunternehmen, im offenen Miteinander mit unserem gesellschaftlichen Umfeld und in echter Transparenz. Wir machen sichtbar, wie unser Mobilfunk wirkt, teilen Entscheidungen und arbeiten auf Augenhöhe - nach innen wie nach außen.

Dein ganz persönlicher Quick-Check

Vom Kiezfest in die Wirklichkeit: 
Prüfe, wie dein Handeln wirkt.

Für Unternehmen

Sag uns

JANEIN
1. Werden in deinem Unternehmen ökologische und soziale Kriterien bei der Auswahl der Lieferant*innen berücksichtigt?
2. Sind faire Löhne für alle bei euch wichtiger als große Bonuszahlungen für einzelne?
3. Achtet ihr auf ökologische Nachhaltigkeit wie bspw. Ökostrom oder Bahnfahrten statt Dienstauto?
4. Setzt ihr mehr auf Mitentscheidung statt auf starre Hierarchien?
5. Sind die Löhne bei euch transparent und nachvollziehbar?
6. Kooperiert ihr mit anderen Unternehmen, statt in den harten Konkurrenzkampf zu gehen?
7. Trefft ihr manchmal Entscheidungen, die für euch keinen Vorteil bringen, aber euren Kund*innen zugutekommen?

Ergebnis

0 / 7

Da geht noch nicht viel bei euch. Aber: Es ist nie zu spät, anzufangen!

Für Privatpersonen

Sag uns

JANEIN
1. Achtest du beim Einkaufen darauf, woher die Sachen kommen oder wie sie produziert werden?
2. Engagierst du dich ehrenamtlich oder hilfst ab und zu in der Nachbarschaft aus?
3. Setzt du auf Rad und Öffis statt immer nur das Auto zu nehmen?
4. Beteiligst du dich an Petitionen oder engagierst dich sonst politisch?
5. Versuchst du aktiv, Müll zu vermeiden?
6. Hast du dein Geld bei einer Bank, die in soziale und nachhaltige Projekte investiert?
7. Bevorzugst du das Wohl der Gemeinschaft vor individuellem Erfolg?

Ergebnis

0 / 7

Da geht noch nicht viel bei dir. Aber: Es ist nie zu spät, anzufangen!

Was kannst du tun?

Bring dich ein! Entscheide mit, welche Art von Kiezfest du unterstützen willst - und welche Wirtschaft du damit möglich machst.