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gebana: GErechter BANAnenhandel

„Sind wir Schweizer Räuber?“ Das fragt sich 1973 eine Gruppe von Frauen im schweizerischen Frauenfeld. Damals verdienen die Pflanzer*innen der Bananen lediglich 9 % vom Verkaufspreis. Auf Leiterwägen ziehen sie Berge der gelben Frucht durch ihren Ort und sammeln Unterschriften, um Lebensmittelgroßhändler davon zu überzeugen, mehr für die Bananen zu verlangen und den Pflanzer*innen mehr zu zahlen. Eine schweizweite Bewegung macht hier die ersten Schritte.

In den 1980er-Jahren mischen die «Bananenfrauen» aktiv den Bananenhandel auf und gründen den Verein «Arbeitsgemeinschaft GErechter BANAnenhandel», kurz gebana. 1998 wird daraus das gleichnamige Handelsunternehmen. Dank dieser Pionierarbeit können wir heute unter anderem Nüsse, Früchte, Säfte, Olivenöl, Schokolade und weitere Erzeugnisse direkt von Erzeuger*innen erhalten.

gebana - Changing the rules
 

Celina Böger, Managerin Partnerships & Events
 

Seit 2022 ist Celina mit dabei. Vielleicht war es Schicksal oder Vorsehung bei gebana zu landen. Der Titel ihrer Masterarbeit lautet schließlich „Solidarischer Direkthandel als Antwort auf Nachhaltigkeitsherausforderungen im globalen Lebensmittelhandel“. Wie passend.

Ihr tiefster Wunsch ist „…eine Welt, in der jede Kaffeebohne, jede Mango und jede Schokolade nicht nur fair produziert wird, sondern aktiv Leben verbessert. Bauernfamilien überall haben sichere Einkommen, Bio-Anbau ist Standard, und unsere Fabriken schließen Kreisläufe, statt Abfälle zu erzeugen.“ Inwiefern die Arbeit bei gebana ihr die Möglichkeit genau gibt, das zu verwirklichen, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.
 

To Fair Trade and Beyond

„Mehr Nachhaltigkeit, mehr Gerechtigkeit und mehr Qualität zu bezahlbaren Preisen.“ Das möchte gebana mit der Arbeit erreichen. Anlässlich des Doppeljubiläums in 2023 – 50 Jahre Bananenfrauen und 25 Jahre gebana - sucht das Unternehmen Mittel und Wege die bis dahin erzielte Wirkung zu verdoppeln.

Aus 11.000 kooperierenden Bauernfamilien sollen 22.000 werden.

Aus 43.600 Hektar Anbaufläche sollen 87.200 Hektar. Das entspricht der Fläche Berlins.

Aus 869 Arbeitsplätzen sollen 1.700 werden.

Das sind sehr hohe Ziele. Wer bei gebana nach leeren Versprechen sucht, wird allerdings schwer enttäuscht. So läuft gerade ein Crowdfunding, mit welchem gebana 500.000 Schweizer Franken einsammeln möchte, um eine Schokoladenfabrik in Togo zu errichten. Damit sollen Arbeitsplätze aufgebaut und gesichert und Gehälter gesteigert werde. Vor Ort, in Togo. Dort wo der leckere Rohstoff auch herkommt.

Hallo Celina, schön, dass du bei uns im WEtell Spotlight sitzt. Worum geht es bei gebana? Was macht ihr genau? Welche Werte vertretet ihr? Wie lange gibt’s euch schon?

Bei gebana setzen wir uns dafür ein, den globalen Lebensmittelhandel gerechter und transparenter zu gestalten. Anstelle anonymer Lieferketten bauen wir auf direkte, langfristige Partnerschaften mit Bauernfamilien weltweit. Neben dem Einkaufspreis und der Bio-Prämie erhalten unsere Produzent*innen eine zusätzliche Umsatzbeteiligung. Damit kommt ein größerer Teil der Wertschöpfung dort an, wo die meiste Arbeit geleistet wird.

Wir importieren also Lebensmittel wie Trockenfrüchte, Nüsse oder saisonales Frischobst und verkaufen diese ohne Zwischenhandel über unseren Online-Shop an Konsument*innen. Das Ganze machen wir bereits seit etwa 50 Jahren.

Wie ist gebana entstanden?

gebana entstand aus einer gesellschaftlichen Initiative. 1973 stellte sich eine Frauengruppe aus Frauenfeld die Frage, warum ein Kilo Bananen günstiger ist als ein Kilo Schweizer Äpfel. Damit machten sie auf die Ausbeutung von Arbeiter*innen auf Plantagen in Lateinamerika aufmerksam. Aus dieser Initiative entwickelte sich rasch eine schweizweite Bewegung.

In den 1980er-Jahren begannen die sogenannten «Bananenfrauen», selbst im Handel aktiv zu werden, und gründeten die Arbeitsgemeinschaft GErechter BANAnenhandel – gebana. Ziel war es, faire Preise, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Transparenz im internationalen Handel zu schaffen. 1998 wurde aus dem Verein gebana, das gleichnamige Unternehmen.  Heute gelten die «Bananenfrauen» als Pionierinnen des fairen Handels in der Schweiz und der Gründungsgedanke gilt bis heute als zentraler Pfeiler unserer Arbeit.

Bildbeschreibung 1

Ihr legt besonderes Augenmerk auf faire Bezahlung der Bauern. Ist die Situation wirklich so prekär?

Ja, die direkte Unterstützung von Bauern ist extrem wichtig – und die Situation ist vielerorts tatsächlich prekär. Viele Kleinbauern und -bäuerinnen weltweit leben von sehr niedrigen Einkommen, die oft nicht einmal die Kosten für Saatgut, Düngemittel oder ihre Lebenshaltung decken. Zwischen ihnen und den Konsument*innen stehen meist mehrere Zwischenhändler, die einen großen Teil des Verkaufspreises einbehalten. Das führt dazu, dass die Produzent*innen trotz harter Arbeit kaum vom Gewinn profitieren.

Was bedeutet „Beyond Fair Trade“ im Kontext von gebana? Inwiefern geht eure Arbeit über herkömmliche Fair-Trade-Standards hinaus?

Für gebana bedeutet „Beyond Fair Trade“, dass fairer Handel ein kontinuierlicher Prozess ist, kein feststehender Standard. Wie Ursula Brunner, eine der Gründerinnen, sagte: „Es gibt kein faires Produkt, fairer Handel ist ein Prozess.“ Deshalb suchen wir ständig nach besseren Konditionen für Bauernfamilien, Arbeiter*innen und die Natur.

Wir gehen über klassische Fair-Trade-Standards hinaus zum Beispiel, indem wir Bauernfamilien direkt am Umsatz ihrer Produkte in unserem Online-Shop beteiligen. Wir unterstützen sie bei der Bio-Umstellung und betreiben eigene Fabriken im globalen Süden, in denen die Arbeiter*innen direkt bei uns angestellt sind.

Ihr unterhaltet also eigene Produktionsstätten. Warum bucht ihr nicht einfach Sub-Unternehmer*innen vor Ort? Ist das nicht viel einfacher?

Unsere Mission ist es, eigene direkte Lieferketten aufzubauen, statt mit Sub-Unternehmer*innen zu arbeiten. Das schafft maximale Transparenz: Da die Mitarbeitenden bei uns angestellt sind, wissen wir genau, unter welchen Bedingungen sie arbeiten und welchen Lohn sie erhalten. Gleichzeitig haben wir dadurch direkten Kontakt zu den Bauernfamilien und können sie gezielt dabei unterstützen, auf Bio-Anbau umzustellen.

Besonders ist, dass wir bewusst in politisch unsichere Länder wie Burkina Faso investieren, wo sich sonst kaum Unternehmen engagieren. Für den Bau unserer Fabrik, der im letzten Jahr abgeschlossen wurde, haben wir rund 13 Mio. Euro investiert und schaffen damit etwa 1.000 neue Arbeitsplätze.

Unsere Fabrik ist zudem besonders nachhaltig: Produktionsabfälle werden mithilfe von Pyrolyse-Öfen in Biokohle umgewandelt, die CO₂ bindet und als Dünger in den Boden zurückgeführt wird.

Kannst du uns zum Abschluss noch ein paar Zahlen geben, die klar machen, was gebana für einen Impact erreicht?

Besonders stolz sind wir auf unser gebana Modell. Damit gehen wir bewusst über klassische Bio- und Fairtrade-Standards hinaus, um einen noch größeren sozialen und ökologischen Impact in den Herkunftsländern unserer Produkte zu erzielen. Der wichtigste Aspekt dabei ist, dass wir 10 % des Umsatzes der im Shop verkauften Produkte direkt an die beteiligten Bauernfamilien zurückgeben.
Allein im Jahr 2024 belief sich dieser Betrag auf 1,8 Millionen Euro. Dieses Geld steht den Bauernfamilien frei zur Verfügung und wird unter anderem genutzt, um in ihre Betriebe zu investieren, neue Maschinen anzuschaffen oder ihre Produktion nachhaltig weiterzuentwickeln. Für uns ist das ein messbarer Beweis dafür, dass wirtschaftlicher Erfolg und echte Wirkung vor Ort Hand in Hand gehen können.

Bildunterschrift 2

Vielen lieben dank dir Celina. Und liebe Grüße an das gebana Team weltweit.

 

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gebana will die Schokolade dort produzieren, wo der Kakao wächst. In Bio-Qualität und mit dem besten Geschmack. Willst du dabei sein?

Dann mach beim Crowdfunding mit und erhalte superleckere Schokolade zurück.