Wie können wir Dir helfen?
„Use business to fight poverty“, so die Mission des Schokoladenherstellers fairafric mit Sitz in München, einem Ort der nicht gerade für Armut bekannt ist. Allerdings arbeiten die meisten Mitarbeitenden nicht in der bayrischen Hauptstadt, sondern in Amanase in Ghana. 2020 hat fairafric dort die weltweit erste solarbetriebene Bio-Schokoladenfabrik gebaut. Seitdem verlegt fairafric immer mehr seiner Wertschöpfung nach Afrika, um dort wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand zu generieren.
Mit ghanaischem Kakao, Mangos, Ananas und Kokosnüssen, kenianischen Macadamias und Cashews aus Burkina Faso erhält fairafric die meisten Rohstoffe aus Afrika. Die gesamte Wertschöpfung von der Kakaobohne bis zur fertig verpackten Schokoladentafel passiert vor Ort, damit der Großteil der Gewinne im Ursprungsland verbleibt.
Jonas Schaller, CFO
Im WEtell Spotlight sitzt heute Jonas. Er ist verantwortlich für die Finanzen bei fairafric. Müde von lauter schlechten Nachrichten hat er sich vor ca. 10 Jahren dazu entschlossen, sein bisheriges Konzernleben zu verlassen. Er wollte sich einer erfüllenderen Arbeit widmen. Nach ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe und bei Viva con Agua ist er 2021 zu fairafric gekommen. Sein Antrieb ist es, globale Lieferketten neu zu denken, mehr Wertschöpfung in Afrika aufzubauen und Genuss mit Gerechtigkeit zu verbinden.
Hätte fairafric ein Wappentier, so wäre das seiner Meinung nach der afrikanische Waldelefant. Stark, gemeinschaftlich und tief in seinem Ökosystem verwurzelt. Damit spiegelt er fairafrics partnerschaftliche, langfristige Zusammenarbeit mit den Kakaofamilien und der gesamten Community wider.
fairafrics Impact findet vornehmlich in Ghana statt und das hat System. Die Weiterverarbeitung der Rohstoffe ist ein großer Teil der Wertschöpfung. Hier wird viel Geld generiert, das üblicherweise in den Ländern des globalen Nordens hängen bleibt. Pro verkaufter Tafel Schokolade im deutschen Einzelhandel kommen typischerweise nur bis zu 8 % des Verkaufspreises im Anbauland des Kakaos an. fairafric kommt mittlerweile auf satte 50 %.
Das ermöglicht fairafric in Ghana mehr als 300 Mitarbeitende zu beschäftigen, während das deutsche Team auf 6 geschrumpft ist. Ein seltenes Beispiel gerechter Umverteilung, bei dem Handarbeit belohnt wird.
Kleiner fun fact: fairafric arbeitet als Zulieferer eng mit Bio-Größen wie Moin Bio, Hammermühle oder Barnhouse zusammen. Vielleicht habt ihr schon einmal in einem Biosupermarkt eins ihrer Pain au Chocolat oder Schoko-Müsli gekauft. Mit 99 %er Wahrscheinlichkeit stammt die Schokolade darin von fairafric.
Wir bei fairafric produzieren Bio-Schokolade „made in Ghana“.
Mitten in der Pandemie, im Jahr 2020, haben wir direkt in den Kakao-Communities die weltweit erste solarbetriebene Bio-Schokoladenfabrik gebaut.
Wo vorher nur Sträucher waren und es keinen Strom, kein Internet oder sonstige Infrastruktur gab, steht nun eine der modernsten Schokoladenfabriken der Welt.
Durch unseren Ansatz findet die gesamte Wertschöpfung im Kakaoursprungsland statt und es entstehen qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze.
Wir stellen Schokoladentafeln sowie handgemachte Spezialitäten wie Pralinen oder schokolierte Früchte und Nüsse her und achten dabei darauf, möglichst viele lokale Zutaten zu verwenden, um noch mehr Wertschöpfung vor Ort zu fördern.
Unseren Bio-Kakao beziehen wir aus einem dynamischen Agroforstsystem, in dem Kakao auf Basis indigenen Wissens nach den Prinzipien des Regenwaldes angebaut wird.
Durch diesen Ansatz können wir Kakao von einem großen Treiber des Klimawandels zu einem Teil der Lösung im Kampf dagegen machen, indem wir ein Vielfaches unserer gesamten Emissionen langfristig im Boden der Kakaofarmen binden.
Unsere Mission ist dabei: „use business to fight poverty“.
Gerade in den aktuell von Krisen gebeutelten Zeiten wollen wir als positives Beispiel vorangehen und eine neue Art des Wirtschaftens leben.
Auf Augenhöhe mit allen Menschen entlang der Wertschöpfungskette, denn eine wirklich nachhaltige Veränderung schaffen wir nur gemeinsam.
Creating jobs kommt zuerst, denn genau hier entsteht die positive Veränderung. Wenn wir in Deutschland in einem Supermarkt eine Tafel Schokolade kaufen, bleiben im Schnitt nur etwa 6% des Verkaufspreises im Kakaoursprungsland, während 94% im globalen Norden verbleiben, denn der Wert von Kakao vervielfacht sich in der Verarbeitung. Selbst bei guten Initiativen wie Fairtrade bleiben oft nur bis zu 8% im Ursprungsland.
Durch unseren Ansatz der Wertschöpfung im Ursprungsland verbleiben mehr als 50% des Verkaufspreises in Ghana und es entstehen qualifizierte Jobs in unserer Fabrik sowie zahlreiche weitere Arbeitsplätze bei Zulieferer*innen. Der starke Fokus auf Arbeitsplätze kommt aus unserer Überzeugung, dass es strukturelle Veränderungen braucht, um den Armutskreislauf zu durchbrechen. Ein gutes Beispiel dafür ist Deutschland: Nach zwei Weltkriegen entstand der heutige Wohlstand nicht durch den Anbau und Export von Kartoffeln, sondern durch Wertschöpfung vor Ort und gut bezahlte, qualifizierte Jobs, die den Aufbau verschiedener Industrien ermöglichten.
Aktuell arbeiten in unserer Fabrik in Amanase – einem kleinen Ort etwa 2,5 Stunden nordöstlich von Accra, der Hauptstadt Ghanas – über 300 Mitarbeitende. Wir bilden möglichst viele Bereiche inhouse ab: unter anderem eine eigene Werkstatt, Näherei, Wäscherei und Kantine, über die wir Bio-Gemüse verarbeiten, das wir von unseren Kakaofamilien beziehen und die damit ihr Einkommen diversifizieren können.
Alle unsere Mitarbeitenden erhalten ein Vielfaches des lokalen Mindestlohns, eine kostenlose Altersvorsorge, gratis Essen in unserer Kantine sowie Transport von und zur Arbeit. Hinzu kommt eine Krankenversicherung: Da es in Ghana keine gesetzlichen Krankenkassen gibt, haben wir mit allen Krankenhäusern individuelle Vereinbarungen geschlossen, sodass Rechnungen für Mitarbeitende und ihre Angehörigen direkt an fairafric gehen.
Unser Einfluss ist dabei nicht nur direkt. Jede unserer Maßnahmen erzeugt einen Welleneffekt und der Impact vervielfacht sich über unsere Partner entlang der Wertschöpfungskette.
Dadurch, dass wir mitten in der Community sind, sind dort zahlreiche weitere Arbeitsplätze entstanden – etwa in Schreinereien und anderen handwerklichen Betrieben – und gleichzeitig viele Jobs im Tourismus, zum Beispiel in Guesthouses. Über unser Besucherkonzept laden wir Tourist*innen aus aller Welt sowie Schulklassen und Universitäten aus dem ganzen Land ein. Allein im Jahr 2025 hatten wir über 1.800 Besucher*innen.
Ein weiterer wichtiger Bereich sind Zutaten und Verpackungen. Anfangs haben wir unsere Verpackungen in Deutschland drucken lassen. Nach längerer Suche konnten wir einen Hersteller von Papiersäcken in Ghana überzeugen, auch unsere Verpackungen zu produzieren. Durch unser Auftragsvolumen hat das Unternehmen in neue Anlagen investiert und bietet diesen Service inzwischen vielen weiteren Marken in Ghana an.
Außerdem versuchen wir, möglichst viele lokale Zutaten zu verwenden: Macadamias, die zu 100% in Kenia verarbeitet werden, Cashews aus Burkina Faso oder Mangos, Ananas und Kokosnüsse, die wir direkt in Ghana beziehen. So entstehen nicht nur unglaublich leckere Produkte, sondern es wird zusätzliche lokale Wertschöpfung geschaffen und weitere Arbeitsplätze entstehen.
Eine starke Gemeinschaft. Die fairafric-Mitarbeitenden in Amanase. Das Gebäude ist übrigens von Francis bemalt worden, einem Kollegen vor Ort.
Bei fast allem, was wir tun, sind wir die Ersten. Wir wollen strukturelle Veränderungen anstoßen und ein nachhaltiges Wirtschaftsökosystem aufbauen. Das bedeutet aber auch, dass wir uns nicht nur auf uns konzentrieren können, sondern Probleme ganzheitlich und unter Einbezug aller Partnerschaften denken müssen. Damit wir eine lokale Druckerei befähigen konnten, unsere Verpackungen zu drucken, mussten wir uns in die Technologien einarbeiten, gemeinsam mit unserem Partner die passenden Anlagen für die Produktion auswählen und in vielen gemeinsamen Tests die Drucktechnik einstellen.
Deshalb setzen wir in Deutschland ganz stark auf Kooperationen und starke Partnerschaften, damit wir die Zeit und Kapazität haben, in Ghana Strukturen aufzubauen. Unser Team besteht daher in Deutschland nur aus sechs Personen, während wir in Ghana über 300 Angestellte haben.
Die Geschichten von unseren Mitarbeitenden berühren mich Tag für Tag und sind der Ansporn jeden Tag alles zu geben.
Es ist einfach unglaublich welche Ungerechtigkeit vielen erfährt und welche Opfer notwendig sind, um über die Runden zu kommen.
Ein Beispiel ist Francis, der bei uns als Security arbeitet und als Team Lead inzwischen neue Teammitglieder anlernt.
Als seine Schwester wegen einer akuten Malaria-Erkrankung ins Krankenhaus musste, fuhr er sie ins Krankenhaus und kümmerte sich dort um sie. Er hatte damals kein Handy und konnte seine Nachtschicht bei seinem damaligen Arbeitgeber absagen. Er wurde daraufhin sofort und fristlos gekündigt.
Er kam als einer unserer ersten Mitarbeitenden zu uns und beaufsichtigte in der Zeit unseres Fabrikbaus unsere Baustelle. Anfangs noch ohne Strom war er hierbei die Zuverlässigkeit in Person und selbst starke Hitze, Starkregen und die weiteren unbequemen Bedingungen machten ihm nichts aus.
Doch eigentlich hat Francis noch ein anderes viel größeres Talent: Die Kunst
Leider sind selbst simpelste Materialien wie Farben, Pinsel oder Leinwände in Ghana unbezahlbar und so konnte er seine Leidenschaft kaum ausleben.
Nach Fertigstellung der Fabrik haben wir Wege gesucht ihm bei dem Ausbau seiner Leidenschaft zu helfen und so baten wir ihm an die Materialien zu kaufen, damit er einige Gemälde an die Außenwände der Gebäude malt.
Es war das erste Mal in seinem Leben, dass er seine Leidenschaft ausleben durfte und er hat inzwischen unzählige Kunstwerke geschaffen. Unter anderem hat er in mehreren Gemälden die Geschichte des Kakaos festgehalten. Er ist daher oft nach Feierabend und am Wochenende noch in der Fabrik und zeichnet.
Es ist einfach unbeschreiblich, was alles möglich ist, wenn man den Menschen auf Augenhöhe begegnet und eine echte Chance gibt.
Wir haben daher ein Format geschaffen, in welchem wir regelmäßig die Geschichten unserer Mitarbeitenden erzählen. Unsere Impact Stories. Die letzte Ausgabe findet ihr hier
Mitten im Kakaowald Ghanas. Amanase ist ca. 2,5 Stunden von Accra, der Hauptstadt Ghanas, entfernt.
Schokolade ist ein stark monopolisierter Markt: Acht Firmen verarbeiten 90% des geernteten Kakaos, und die Branche erzielt jährlich rund 150 Milliarden US-Dollar Umsatz. Viele Brands, denen Nachhaltigkeit wichtig ist, lassen ihre Produkte jedoch bei denselben multinationalen Hersteller*innen fertigen – Tony’s Chocolonely etwa bei Barry Callebaut, einem der größten Schokoladenhersteller der Welt. Die Produzent*innen sind dabei leider nicht unbedingt für Nachhaltigkeit oder transparente Lieferketten bekannt.
Unser Ansatz ist es, die Wertschöpfung nachhaltig aufzubauen und echte Chancen für Menschen im Kakaoursprung zu schaffen. Wir haben über Jahre viel Energie in den Aufbau unserer eigenen Marke gesteckt, aber die Investitionen in Sales und Marketing sind enorm in diesem umkämpften Markt. Gleichzeitig suchen etablierte Marken nach Partner*innen, die Schokolade nachhaltig herstellen. Für uns war die Erkenntnis: Es dauert sehr lange – und ist unklar, ob es klappt, die Industrie allein zu verändern. Wir erhalten immer wieder Anfragen von starken Brands, ob wir für sie produzieren würden. So entstand die Idee, stärker in Partnerschaften zu denken, die Industrie von innen zu verändern, Wettbewerber*innen zu Kund*innen zu machen und zusammenzuarbeiten, statt gegeneinander.
Wir arbeiten unter anderem mit etablierten Bio-Playern wie Moin Bio, Hammermühle und Barnhouse zusammen und beliefern Kund*innen in den USA, Australien und Neuseeland – unsere Produkte sind inzwischen auf fünf Kontinenten vertreten. Vielleicht habt ihr schon einmal in einem Biosupermarkt an der Bäckerei ein Schoko-Croissant oder Pain au Chocolat gegessen. Mit 99%iger Wahrscheinlichkeit stammt die Schokolade darin von uns.
Wir wollen noch viele westafrikanische Produkte entwickeln – die Vielfalt der Natur und die Geschmackskombinationen sind dabei unendlich. Ich glaube, viele tolle Geschmackskombinationen kennen wir tatsächlich noch gar nicht. Gerne würde ich allerdings ein hitzebeständiges Schokoladenprodukt entwickeln, dass keine Kompromisse bei Gesundheit und Nachhaltigkeit macht, damit wir besonders in Ghana und auf dem gesamten afrikanischen Kontinent vertreiben können – denn oft fehlen Kühlketten, um die Produkte zu allen Menschen zu bringen.
In den nächsten Jahrzehnten ist fairafric ein Leuchtturm für Wertschöpfung im Ursprung und weltweit für gesunde, klimapositive Produkte. Wir wollen die Natur besser hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben, mehr aufforsten und biodiverse Ökosysteme aufbauen, die einen großen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten und dabei den Kakaofamilien ein gutes Einkommen generieren. Fairafric soll die Marke auf dem gesamten afrikanischen Kontinent für Schokolade „made in Africa“ sein. Gleichzeitig wollen wir nicht nur in der Schokoladenproduktion aktiv sein, sondern uns auch weiteren Wertschöpfungsketten widmen, wie z. B. Nüssen, und in anderen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent Produktionsstätten errichten. Dabei schaffen wir auf dem gesamten Kontinent 10.000 gut bezahlte und qualifizierte Arbeitsplätze.
In der Welt gibt es gerade so unglaublich viele Herausforderungen und Krisen, und die negativen Themen scheinen allgegenwärtig zu sein.
Gleichzeitig ist so viel möglich, wenn wir zusammen an einem Strang ziehen. fairafric ist ein Beispiel hierfür: Weder Hendrik noch ich kommen aus wohlhabenden Familien, und fairafric hat auch keine großen institutionellen Investor*innen. fairafric existiert vor allem wegen unserer Crowd – über 3.500 Privatpersonen haben durch Crowdinvesting all das erst möglich gemacht und tun es jeden Tag. Durch ihr Engagement ist in weniger als fünf Jahren einer der größten Arbeitgeber in der Community entstanden. Es ist möglich, nachhaltige Veränderungen anzustoßen. Es ist ein steiniger Weg, der alles andere als leicht ist – aber er macht auch Spaß, gemeinsam etwas zu bewegen und voneinander zu lernen.
Es gibt viele Menschen mit fragwürdigen Absichten und dunklen Visionen, allerdings viel mehr, die das ganz anders sehen und positiv gestimmt sind. Gemeinsam sind wir viel stärker. Ich wünsche mir mehr Miteinander und Positivität, denn kaum ein Land hat so viel Wohlstand wie Deutschland, und wir haben so viele Möglichkeiten. Trotzdem wird fast ausschließlich negativ gesprochen. Lasst es uns gemeinsam anpacken und positiv in die Zukunft gehen.
Wir befinden uns auf einer Reise zu klimapositiver Schokolade. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir Investitionen in Aufforstung und eine Erweiterung unserer Produktionskapazitäten. Per Crowdinvesting kann uns jede Person dabei unterstützen und sich aktiv für Klimaschutz und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Ghana einsetzen. Mehr dazu findest du HIER.
Diese kriegst du in vielen Bio-Läden oder direkt bei fairafric.
Am besten schaust du in unserer WEtell App, erhältlich für iOs und Android. Dort findest du fairafric unter den WEtell Benefits und sparst dir leckere 25 %.
Mehr dazu erfährst du HIER