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Verbunden bleiben: Wie Straßenfunk digitale Teilhabe schafft

Jemand reicht einer Person ein Handy während im Hintergrund eine andere Person auf einer Parkbank sitzt.

Von Rahel | Marketing & Vertrieb

Für die meisten von uns ist das Smartphone selbstverständlich. Kannst du dir einen Tag ohne dein Smartphone überhaupt noch vorstellen? Wir schreiben Nachrichten, vereinbaren Termine, hören Musik, navigieren durch die Stadt oder rufen schnell Informationen ab. Erst wenn all das plötzlich nicht mehr möglich ist, wird deutlich, wie sehr digitale Kommunikation unseren Alltag bestimmt.

Für Menschen ohne festen Wohnsitz ist genau das oft Realität. Dabei ist ein Smartphone heute weit mehr als ein technisches Gerät – es ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Mit unserem Werteprojekt Straßenfunk setzen wir genau hier an.

Wenn digitale Teilhabe über Zugehörigkeit entscheidet

Ein Smartphone ermöglicht weit mehr als Telefonate oder Internet. Es verbindet obdachlose Menschen mit ihrer Familie, Freund*innen und Unterstützer*innen. Es hilft dabei, Dokumente sicher zu speichern, Termine bei Behörden wahrzunehmen, eine Unterkunft oder Arbeit zu finden und im Notfall Hilfe zu rufen.

Gerade für obdachlose Menschen übernimmt das Smartphone oft eine zusätzliche Rolle: Wo es keine feste Adresse gibt, wird die Telefonnummer zum wichtigsten Kontaktpunkt. Sie schafft Erreichbarkeit, gibt Orientierung und ermöglicht ein Stück Selbstbestimmung. Gleichzeitig bietet das Smartphone Zugang zu Nachrichten, Bildung, Unterhaltung. Und damit auch das Gefühl, Teil der Gesellschaft zu sein.

Eine große Hürde steckt oft in der SIM-Karte

Nicht nur die Kosten für Smartphone und Tarif erschweren den Zugang. Eine oft unterschätzte Barriere ist die Registrierung der SIM-Karte.

Seit 2017 müssen Mobilfunkkarten in Deutschland mit einem gültigen Ausweisdokument registriert werden. Für viele wohnungslose Menschen ist genau das ein Problem: Ausweisdokumente fehlen, sind abgelaufen oder lassen sich nur schwer neu beschaffen. Hinzu kommen komplizierte digitale Identifizierungsverfahren, Sprachbarrieren oder technische Hürden.

Dabei gibt es bereits heute rechtliche Möglichkeiten, Menschen auch ohne Meldeadresse rechtskonform zu registrieren. Diese Spielräume werden bislang jedoch kaum genutzt.

Straßenfunk: Digitale Teilhabe möglich machen

Es ist klar: digitale Kommunikation ist heutzutage kein Luxus mehr, sondern eine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Wir bei WEtell möchten dazu beitragen, dass diese Art der Teilhabe für alle möglich ist.

Deshalb haben wir 2024 das Projekt "Straßenfunk" ins Leben gerufen. Gemeinsam mit ausgewählten Partnerorganisationen möchten wir wohnungslosen Menschen genau das ermöglichen: einen verlässlichen Zugang zu Mobilfunk.

Das Konzept: wir stellen kostenlos Mobilfunktarife bereit und unser langjähriger Kooperationspartner SHIFT spendet reparierbare Smartphones dazu. Ausgewählte Partnerorganisationen aus dem Bereich der Wohnungslosenhilfe begleiten dann die Menschen bei der Ausgabe und Registrierung dieser Funk-Pakete. Zugleich forschen wir nach einer Möglichkeit, Mobilfunkverträge direkt auf die Namen der Nutzer*innen zu registrieren, auch ohne klassische Meldeadresse.

Momentan ist die Testphase noch nicht ganz abgeschlossen. Mehr Details zum Projekt und was wir bisher gelernt haben, erfährst du bald hier.